Eintauchen (3.4.2)
Ein LaserCutter in Aktion
Björn stellt hier kurz das LaserCuttermodell von Makeblock vor und gibt am Beispiels eines Papierschnitts einen kurzen Einblick in die intelligente Scanfunktion, mit der man das Gerät ohne Software bedienen kann.
Wichtige Informationen
LaserCutter im Consumersegment (ca. 3000-5000 CHF) haben eine eher geringe Leistung (Laserklasse 1, beim Makeblock LaserCutter sind das z.B. 40 Watt). Trotzdem können die Geräte ziemlich heiss werden und die Materialien auch mal in Flammen aufgehen. Sei daher gewarnt:
Lass niemals einen aktiven LaserCutter unbeaufsichtigt! Brandgefahr!
Vorsicht Emissionen!
Wenn ein Laser Material schneidet, entstehen Emissionen. Es handelt sich letztlich um eine Verbrennung, bei der auch die üblichen Verbrennungsabgase wie Kohlenwasserstoffe, Kohlenstoffmonoxid, Stickoxide, Feinstaub und CO2 freiwerden. Die will niemand wirklich im Zimmer haben. Deswegen sind die meisten Geräte in einer geschlossen Box (mit Glasscheibe) untergebracht und mit Abluftanlagen und Filtern ausgestattet. Die Abluftanlage zieht die Abgase aktiv aus der Arbeitsumgebung des Lasers und leitet sie durch einen Schlauch entweder in einen Filter oder gleich nach draussen. Geräte mit Raumfilter eignen sich nicht, man sollte wirklich den Abluftschlauch nach draussen führen können. Notfalls auch durch ein offenes Fenster.
Achtung: FIltereinsätze sind teuer und müssen regelmässig ausgetauscht werden.
Wartung
Kaputt gehen kann eigentlich nicht viel, weil die Lasertechnologie kein mechanisches, sondern ein elektromagnetisches* Schnittverfahren ist. Der Laser wird leider mit der Zeit nicht besser und muss irgendwann getauscht werden. Je nach Gerät kosten Ersatzlaser zwischen 300 und 500 CHF. Filtereinsätze kommen auf 30-50 CHF pro Stück. Wer die Abgase nach draussen leitet, kann das Gerät auch mal ohne Filter verwenden. *es handelt sich tatsächlich um elektromagnetische Wellen, die eine hohe Intensität aufweisen, scharf gebündelt und kurzwellig sind.
Arbeitsfläche eines LaserCutters
Ein LaserCutter hat immer eine Arbeitsfläche, deren Grösse den maximalen Materialumfang bestimmt. Eine Fläche von 50 x 40 cm ist für einen SchullaserCutter schon recht ordentlich. Wer eine grosse Arbeitsfläche möchte, muss relativ viel Geld in die Hand nehmen. Anders als bei einer CNC-Fräse muss das Material im LaserCutter nicht auf der Arbeitsfläche befestigt werden. Es entsteht schliesslich beim Lasern keine mechanische Reibung, die das Werkstück verschieben könnte. Es wird einfach auf die Arbeitsfläche gelegt. Natürlich muss das Material korrekt ausgerichtet werden, damit der Cutter nachher weiss, wo es überhaupt etwas zum Cutten gibt. Der Cutter von Makeblock macht die Ausrichtung automatisch. Mit einer Kamera scannt er die Arbeitsfläche und leitet den Scan an die Software weiter. In der Software kann man sein Motiv bequem auf die Materialfläche ziehen und dann den Schneidevorgang starten.
Einstellungen in der Software
Bevor es losgeht, müssen in der Software ein paar Einstellungen gemacht werden:
- Das Gerät muss die Materialstärke kennen (mm)
- Das Gerät muss wissen, ob es schneiden oder gravieren soll.
- Das Gerät muss die Leistung kennen, mit der gelasert werden soll (für Papier braucht man weniger Leistung als für 5mm starkes Buchenholz).
Der Makeblock Cutter hat einige Materialpresets in der Software, die man auswählen kann. Da sind auch Dinge wie iPhones (zum Gravieren, nicht zum Schneiden 🙂 ) dabei. Zudem erkennt das Gerät Materialart und -stärke über die Kamera, wenn auf dem Material ein codierter Aufkleber angebracht ist. Dann stellt sich die Software von selbst auf das jeweilige Material ein.
Tipp: Legt euch ein Aufkleberarchiv für jedes Material an und legt ihn einfach zum Material in den Cutter. Dann habt ihr automatisch die richtige Grundeinstellung.
Software
Für das LaserCutten in der Schule braucht man – wie für andere Arten der digitalen Fabrikation – zwei Arten von Software. Eine Software zur Gestaltung der Objekte und eine Software, um die Objekte für den Cut vorzubereiten und den Cutter anzusteuern.
Cutter-Software
Die Cuttersoftware ist an das jeweilige Gerät gebunden. Dort findet man eine Arbeitsfläche, auf der die Objekte platziert werden, und die nötigen Einstellungsoptionen (Material, Stärke, Cutten oder Gravieren). Man kann Objektdateien importieren, auf die gewünschte Grösse skalieren und so auf der Arbeitsfläche positionieren, dass es im Bereich der aufliegenden Materialfläche liegt. Die meisten Cuttersoftwareanwendungen haben auch eine Gestaltungsoption. Man kann einfache Grafiken erstellen oder Schriften generieren, die man nachher ausgecuttet haben möchte. Im Funktionsumfang sind diese Editoren aber recht bescheiden. Für viele Anwendungen in der Schule reichen sie allerdings aus. Download LaserBox für Makeblock LaserCutter: Mac Windows
Tutorial für Laserbox (Einstieg und Programmüberblick)
Tutorial Laserbox (Datei importieren und Material einstellen)
Tutorial Laserbox (Mechanikkomponenten herstellen)
Gestaltungssoftware
Als Gestaltungssoftware kommt eigentlich jede handelsübliche Vektorgrafiksoftware infrage. Die meisten Cutter können .DXF oder .SVG Dateien lesen. Manche Geräte, wie der MakeBlock Cutter, können auch BMPs, .JPGs, PDFs oder GIF Dateien lesen. Letztere können aber nur graviert und nicht geschnitten werden. Gravierte Fotos sehen aber richtig cool aus. Unbedingt ausprobieren. Für die Produktion von Teilen für Making-Produkte braucht man aber wirklich eine Vektorgrafiksoftware. Adobe Illustrator ist für die Schule eher zu komplex, eignet sich aber hervorragend für die Produktion von SVG-Dateien zum Cutten. Download InkScape (für Windows und Mac)
Tutorials zu Inkscape
Fremdobjekte importieren
Ähnlich wie für 3D-Drucker findet man im Internet eine Vielzahl von vorgefertigten Objekten, die man nur noch importieren und cutten muss. Das ist zwar nicht im Sinne des Makings, soll aber trotzdem kurz erwähnt werden. Man kann in der Cuttersoftware Objekte verändern. Dadurch kann man Vorlagen an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Im Lernsnack «Vertiefen» findet ihr Websites mit fertigen Vorlagen.